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Er-leben im Herzen Rumäniens
Für Handwerker, Renovierer und Technik-Interessierte.
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Mit diesen Beiträgen möchte ich Fundstücke aus meinem Haus dokumentieren, als Erinnerung an die Menschen, die vorher dort gelebt haben und als kleiner Einblick, wie das Leben damals so war.
Bei der Restaurierung von meinem Haus stoße ich immer wieder auf kleine Zeitkapseln. Das heutige Fundstück ist ein weiteres Dokument der Zeitgeschichte: Ein historischer Quartalsabschluss. „Fundstücke aus dem Haus #003“ weiterlesen
Mit diesen Beiträgen möchte ich Fundstücke aus meinem Haus dokumentieren, als Erinnerung an die Menschen, die vorher dort gelebt haben und als kleiner Einblick, wie das Leben damals so war.
Auf den Spuren der Vergangenheit .. „Fundstücke aus dem Haus #001“ weiterlesen
Die unsichtbare Zerstörung: Was der vermeintlich stärkere Baustoff mit historischen Mauern anrichtet.
Als ich 2016 das Bauernhaus in Cincu (Großschenk) gekauft habe, war die größte Herausforderung nicht die Statik, sondern eine unsichtbare Gefahr: Die Zement-Falle. Überall in Siebenbürgen sehe ich, wie historische Bausubstanz durch gut gemeinte, aber falsche Sanierung zerstört wird. Vielleicht fehlt einfach das Wissen um die Materialeigenschaften, ich vermute aber eher, es sind die Kosten und die ’schnelle Lösung‘, die zu zementhaltigen Materialien greifen lässt.
Ich habe immer mal wieder Häuser angeschaut, die mit zementhaltigen Materialien repariert wurden. Mein Haus war zwar in einem ziemlich schlechten Zustand, aber eben auch deshalb, weil hier noch niemand Hand angelegt hatte.
Meine Mission für die Casa lui Fred war deshalb von Anfang an klar: Ich möchte das Haus retten und seine ursprünglichen Regeln respektieren. Denn moderne, harte Materialien sind der stille Feind dieses alten Mauerwerks.
Um zu verstehen, warum Zement hier nichts zu suchen hat, muss man die Materialien kennen, die das Haus über Generationen hinweg schützten:
Der weiche Stein: Feldbrandziegel. Diese Ziegel wurden bei niedriger Temperatur gebrannt. Das macht sie zwar weniger stabil als moderne Klinker, verleiht ihnen aber eine hohe Porosität. Sie sind weich und flexibel – Eigenschaften, die für das gesamte System entscheidend sind.
Die flexible Fuge: Lehm als Mörtel. Die Mauern sind mit Lehm gemauert. Lehm ist hygroskopisch – er kann Feuchtigkeit aufnehmen und wieder abgeben. Er federt leichte Setzungen des alten Hauses über Jahrzehnte ab.
Der atmende Mantel: Kalkputz. Die Mauern sind mit Kalkputz verputzt. Kalk ist der perfekte Schutzschild: Er ist dampfdiffusionsoffen. Er schützt vor Regen, aber wenn Feuchtigkeit von innen oder unten aufsteigt, kann sie durch den Putz als Dampf entweichen (Hydroregulation).
Das Problem beginnt, wenn der harte, dichte Zement in dieses weiche System eindringt.
Zement ist nicht diffusionsoffen. Er wirkt wie eine Plastiktüte um die Wand:
Der falsche Feuchtigkeitspfad: Feuchtigkeit, die naturgemäß im Mauerwerk aufsteigt (oder von innen kommt), trifft auf den dichten Zement. Sie kann nicht entweichen.
Die Konzentration: Statt nach außen geleitet zu werden, staut sich die Feuchtigkeit in der nächstbesten weichen Stelle – der Lehmfuge und dem Feldbrandziegel direkt hinter dem Zement.
Die Zerstörung: Bei Frost gefriert das Wasser in den Poren und sprengt das Material. Auch Salze kristallisieren und zermahlen die Bausubstanz von innen heraus. Die Mauer bröselt ab, bis nur noch der harte, aber nutzlose Zementputz übrig bleibt. Das ist der Moment, in dem die Mauern sprichwörtlich das Atmen verlernen.
Die Entscheidung für die Sanierung der Casa lui Fred war daher eine Rückkehr zu den Bauprinzipien, die das Haus über 150 Jahre funktional gehalten haben.
Ich setze konsequent auf Kalkputze. Der Putz muss immer weicher sein als der Stein darunter – eine Grundregel der Denkmalpflege.
Ich stelle die natürliche Hydroregulation des Hauses wieder her, was für ein gesundes, atmendes Raumklima sorgt.
Die Renovierung alter Bauernhäuser ist eine Kunst, die Respekt vor dem Material erfordert. Ich beweise, dass der beste Weg zur Erhaltung der Baukultur in Siebenbürgen nicht die moderne Technik, sondern die Weisheit der Altvorderen ist. Denkmalpflege beginnt bei der Materialwahl.
Im Januar nutze ich meinen Resturlaub, um mal wieder in Großschenk vorbeizuschauen. Diesmal habe ich den Termin ganz bewusst gewählt. Nicht (nur) wegen des Baufortschritts, sondern wegen eines historischen Ereignisses: An diesem Wochenende findet seit über 25 Jahren zum ersten Mal wieder ein Urzelnlauf statt. „Januar 2017“ weiterlesen
Heute (24.10.2016) erreicht mich ein Anruf von Wolfgang. Er hat noch eine Frage wegen dem Versetzen der Mauer. Ganz nebenbei informiert er mich, dass es heute los geht mit der Renovierung des Ateliers. Ich bin schon sehr gespannt.
Heute hat Laura eine Freundin besucht und ist auf dem Rückweg mal beim Haus vorbei gefahren. Sie hat mir ein paar Bilder geschickt. Der Kies- und der Sandhaufen vor dem Haus freut mich ganz besonders, denn das ist ein Zeichen dafür, dass es heuer noch los geht. Würde mich sehr freuen, wenn das Atelier noch vor dem Winter ein neues Dach bekommt.
Ich komme Freitag abend von einer Schulung aus Düsseldorf zurück, Elisabeth holt mich vom Flughafen ab. Danach muss ich noch die Tasche neu packen und das Auto beladen. Es ist mal wieder Mitternacht, bis ich ins Bett komme.
Samstag morgen fahren wir los – es ist kurz nach 06:00 Uhr. „Primul Pas – Erster Arbeitsurlaub“ weiterlesen