Brunnenwasser sinnvoll nutzen: Mein Hauswasserwerk

Als ich meinen Siebenbürger-Hof sanierte, stand für mich schnell fest, dass ich die Wasserreserven des Grundstücks nicht ungenutzt lassen wollte. Wie ich den alten Brunnen gereinigt und wieder reaktiviert habe, kannst Du in meinem letzten Beitrag lesen. Nun stand der nächste, logische Schritt an: Das Wasser muss irgendwie ins Haus, in den Garten und auf die Baustelle. Mir ging es bei diesem Projekt nie um absolute Autarkie, denn das Haus ist regulär an das städtische Trinkwassernetz angeschlossen und das funktioniert wunderbar. Aber es erscheint mir einfach nicht sinnvoll, Trinkwasser für den Garten, die Baustelle oder die Toilettenspülung zu verschwenden, wenn ich den Brunnen nutzen kann. Deshalb entschied ich mich, das Brunnenwasser zusätzlich zum Leitungswasser zu nutzen. In diesem Beitrag beschreibe ich meine Erfahrungen und wie ich mein eigenes Hauswasserwerk installiert habe.

Hauswasserwerk im Altbau installieren: Mein Standort im Keller

Für mich stellte sich die Frage nach dem perfekten Standort für die Technik. Ich habe das Hauswasserwerk im Keller platziert. Von dort aus führt eine Saugleitung nach draußen zum Brunnen. Im Keller ist die Anlage vor Frost geschützt und der Weg zur Wasserquelle ist relativ kurz, was der Pumpe die Ansaugarbeit erleichtert.

Ein wichtiger Aspekt ist die Akustik. Ein Hauswasserwerk schaltet sich automatisch ein, sobald der Druck abfällt (also wenn ich draußen oder drinnen Wasser zapfe), und das erzeugt Vibrationen. Um zu verhindern, dass sich dieser Körperschall über die Wände bis in die Wohnräume überträgt, habe ich die Anlage auf Gummipuffer montiert und die Rohranschlüsse mit flexiblen Panzerschläuchen entkoppelt.

Feines Wasser für feine Arbeiten: Die richtige Filterung

Bei Brunnen führt das Wasser oft feine Sandpartikel oder andere Schwebstoffe mit sich. Für den Gartenschlauch am Außenwasserhahn ist das kein Problem, doch im Haus brauche ich absolut sauberes Wasser.

Technische Details zur Filterung von Schwebstoffen

Um das Brunnenwasser optimal nutzen zu können, kommt man an einer Vorfilterung nicht vorbei. Ich habe einen rückspülbaren Vorfilter (Sandfilter) mit einer Maschenweite von etwa 90 bis 100 Mikrometern installiert. Dieser schützt nicht nur das Laufrad meiner Pumpe vor mechanischem Verschleiß, sondern sorgt auch für klares Wasser. Die Qualität der Filterung ist für mich essenziell: Nur mit absolut schwebstofffreiem Wasser kann ich anspruchsvolle Materialien wie die feine Kalkfarbe für die Wände meines Hofes anmischen, ohne Verfärbungen oder kleine Körnchen im Anstrich zu riskieren.

Brunnenwasser für Toilettenspülung und Außenbereich nutzen

Das größte Einsparpotenzial im Alltag ist aus meiner Sicht das Badezimmer. Mein Hauswasserwerk versorgt über ein separates Leitungsnetz die Toilettenspülung, die Waschmaschine sowie den Außenwasserhahn auf dem Grundstück. Als ich diese Rohre verlegte, habe ich eine eiserne Regel beachtet: Die strikte Systemtrennung nach DIN EN 1717.

Es darf unter keinen Umständen eine direkte Querverbindung zwischen dem öffentlichen Trinkwassernetz und meinem privaten Brunnenwassernetz bestehen. Ein einfacher Absperrhahn reicht hier nicht! Ich habe daher alle Brauchwasserleitungen im Haus markiert. So verhindere ich, dass ich bei späteren Umbauarbeiten am Hof versehentlich Leitungen verwechsle.

So habe ich das Hauswasserwerk angeschlossen: Schritt-für-Schritt

Damit Du nachvollziehen kannst, wie der Einbau ablief, habe ich die wichtigsten Schritte meiner Inbetriebnahme hier zusammengefasst:

  1. Standortwahl im Keller: Ich suchte mir einen frostfreien Platz und stellte das Hauswasserwerk auf eine schwingungsdämpfende Unterlage.
  2. Anbindung an die Saugleitung: Ich verband die Pumpe über einen flexiblen, vakuumfesten Saugschlauch mit der Leitung zum Brunnenrohr und achtete penibel auf absolute Dichtigkeit.
  3. Installation der Vorfilter: Um die Pumpe und mein Wasserleitungsnetz zu schützen, montierte ich den Sandfilter direkt auf der Saugseite.
  4. Druckeinstellung am Ausgleichsbehälter: Den Vordruck im Membrankessel habe ich mit einem Kompressor auf etwa 1,5 bar justiert. So springt die Pumpe nicht bei jedem kleinen Schluck Wasser sofort an.
  5. Anschluss der Entnahmestellen: Zuletzt verband ich die Druckseite der Pumpe mit dem separaten Leitungsnetz für meine Toiletten und die Außenwasserhähne.

Mein Tipp: Wenn Du ohnehin Leitungen nach draußen legst, installiere direkt einen frostsicheren Außenwasserhahn (Kemper-Ventil). So habe ich auch im Winter jederzeit Wasser für Arbeiten auf dem Hof, ohne vorher Leitungen absperren und entleeren zu müssen.


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