Drohnenregeln 2026: Rechtssicher fliegen in rumänischen Nationalparks

Die unberührten Landschaften Siebenbürgens und die schroffen Gipfel der Karpaten sind für jeden Fotografen ein absolutes Traumziel.

Luftaufnahmen bieten hier Perspektiven, die am Boden unmöglich einzufangen sind. Doch wer 2026 mit der Drohne nach Rumänien reist, muss sich auf strenge, aber klare Regeln einstellen – besonders, wenn es um Naturschutzgebiete wie den Retezat-Nationalpark oder das Piatra-Craiului-Gebirge geht.

In diesem Beitrag gebe ich einen Überblick auf die aktuellen Bestimmungen und beschreibe, wie Du rechtssicher mit der Drohne filmst, bzw. fotografierst, ohne Strafen zu riskieren.

Die Basis: EU-Recht trifft auf lokale Vorgaben

Rumänien wendet als EU-Mitglied die bekannten Regularien der EASA an. Wer seine Drohne im Heimatland registriert hat und über den entsprechenden EU-Kompetenznachweis (A1/A3 oder A2) verfügt, hat die Grundvoraussetzung bereits erfüllt. Dennoch gibt es nationale Besonderheiten. Die rumänische Zivilluftfahrtbehörde AACR (Autoritatea Aeronautică Civilă Română) und die Flugsicherung ROMATSA überwachen den Luftraum streng.

Für die allgemeine Flugplanung ist die offizielle Luftraumkarte von ROMATSA unerlässlich. Hier siehst Du sofort, welche Zonen temporär oder dauerhaft gesperrt sind.

Fliegen in den Karpaten: Retezat, Piatra Craiului und Co.

Während der Flug über freien Feldern in Siebenbürgen meist problemlos in der „Open“-Kategorie möglich ist, ändert sich die Lage in den Nationalparks dramatisch. Alle rumänischen Nationalparks sind als sensible Zonen klassifiziert. Ein unangekündigter Drohnenflug ist hier strikt untersagt und wird durch Ranger kontrolliert und sanktioniert.

Die Verwaltung der Wälder und Parks unterliegt meistens der staatlichen Forstverwaltung Romsilva oder spezifischen Parkdirektionen. Wer hier  Luftaufnahmen machen möchte, kommt um eine offizielle Sondergenehmigung nicht herum.

Checkliste: Sondergenehmigung für Nationalparks beantragen

Die Beantragung sollte mindestens 14 Tage vor dem geplanten Flug stattfinden. Dies sind die Schritte, um eine Genehmigung zu erhalten:

  1. Luftraum prüfen: Schaue in die Karte unter map.romatsa.ro, um sicherzustellen, dass keine militärischen Beschränkungen vorliegen.
  2. Zuständige Behörde ermitteln: Suche die offizielle Website des jeweiligen Parks (z. B. Parcul Național Retezat).
  3. Antrag formulieren: Lade das Formular für Foto- und Filmaufnahmen (oft „Cerere pentru filmare/fotografiere“) herunter. Beschreibe präzise den Zweck (z. B. Landschaftsfotografie), das Datum und die Flugkoordinaten.
  4. Dokumente beifügen: Sende den Antrag zusammen mit deiner EASA-Registrierung, dem Kompetenznachweis und einer Kopie Deiner Drohnen-Haftpflichtversicherung per eMail an die Parkverwaltung.
  5. Gebühr entrichten: Für professionelle Fotografie erheben die meisten Parks eine Tagesgebühr. Der Zahlungsbeleg muss oft vorab eingereicht werden.

Beliebte Hotspots: Transfăgărășan, Donaudelta und Schlammvulkane

Neben den Karpaten gibt es weitere ikonische Orte in Rumänien, die magische Motive für Fotografen bieten. Auch hier gelten spezifische Vorgaben:

  • Transfăgărășan und Transalpina: Die berühmten Hochalpenstraßen sind atemberaubend. Hier greifen grundsätzlich die Regeln der „Open“-Kategorie. Da diese Straßen jedoch im Sommer extrem stark frequentiert sind, musst Du zwingend den vorgeschriebenen Abstand zu unbeteiligten Personen einhalten. Zudem grenzen die Straßen oft direkt an Naturreservate – ein regelmäßiger Blick auf die ROMATSA-Karte ist vor jedem Start Pflicht.
    Unweit des Transfăgărășan befindet sich ein NATO-Stützpunkt mit häufigen Luftbewegungen – hauptsächlich Hubschrauber. Fliege deshalb nur auf Sichtweite und so, dass Du die Drohne jederzeit aus einer potentiellen Flugbahn steuern kannst.
  • Vulcanii Noroioși (Schlammvulkane von Berca): Diese faszinierende, fast mondartige Landschaft bietet unglaubliche Aufnahmen aus der Luft. Aber: Es handelt sich um ein geologisches und botanisches Schutzgebiet. Deshalb ist auch hier ein Drohnenflug mit der lokalen Verwaltung (ANANP) im voraus abzustimmen.
  • Donaudelta (Biosphärenreservat): Das Delta ist Europas größtes Feuchtgebiet und ein extrem sensibles Ökosystem. Die Regeln hier sind noch strikter als in den Berg-Nationalparks. Für Drohnenflüge ist eine spezielle Genehmigung der Biosphärenreservatsverwaltung (ARBDD) in Tulcea zwingend erforderlich, oft verbunden mit Gebühren. Flüge über Vogelschutzgebieten, Pelikankolonien und Nistplätzen sind strikt ausgeschlossen. Wer hier ohne Erlaubnis fliegt, riskiert empfindliche Geldstrafen und die Beschlagnahmung der Drohne.

Was hat sich 2026 geändert?

In den vergangenen Jahren war für sämtliche Luftbildaufnahmen in Rumänien theoretisch eine Freigabe des Verteidigungsministeriums (MApN) nötig. Diese Regelung wurde für Standardaufnahmen in der offenen Kategorie und außerhalb von Sperrzonen stark gelockert. Für Flüge in Nationalparks bleibt jedoch die Parkverwaltung die oberste Instanz. Die Digitalisierung der Behörden hat glücklicherweise zugenommen, sodass Anträge mittlerweile meist zügig per E-Mail bearbeitet werden, sofern alle Dokumente vollständig im PDF-Format vorliegen.

Achte stets darauf, die Natur zu respektieren! Gerade in den Karpaten sind seltene Vogelarten heimisch, deren Brutgebiete unter keinen Umständen durch Drohnen gestört werden dürfen.