Wie die Idee geboren wurde

Ich will Rumänisch lernen

Seit 2006 reise ich regelmäßig nach Rumänien. Das größte Handycap für mich ist dabei, dass ich die Sprache nicht beherrsche. Nicht, dass ich mich nicht verständigen konnte. Die Rumänen sind sehr gastfreundlich und mit Händen und Füßen klappt es immer irgendwie. Nein, vielmehr interessiert mich die Geschichte der Menschen, die ich gerne erfahren würde. 

Also begann ich, im Internet nach rumänischen Publikationen zu suchen und habe parallel dazu einen Sprachkurs gekauft. Mit viel Elan bin ich an die Sache herangegangen, die Sache gestaltet sich aber doch schwerer als gedacht, da mir einfach jemand fehlt, mit dem ich rumänisch sprechen kann. Die paar Tage in Rumänien jedes Jahr sind einfach zu wenig. Eine dieser Publikationen war der Zünder für meine Idee:

Ein Artikel im Internet

Auf einer der rumänischen Webseiten finde ich im November 2012 einen Link auf eine Webseite, die den Bau eines Lehmhauses im Banat beschreibt. Diese Webseite wurde unter den ‚Natural Home‚-Webseiten als eine der besten der ganzen Welt ausgezeichnet.

Die Bilder auf dieser Seite haben es mir angetan, denn ein Haus mit alternativen Baustoffen zu bauen, schwebt mir schon lange im Kopf herum. Als ehemaliger Beton- und Stahlbetonbauer und Bautechniker habe ich genug Beton in die Landschaft gestellt. Noch mehr fasziniert mich, dass für den Kauf des Grundstücks und den Bau des Hauses gerade mal 400 $ investiert wurden. Meine Scheidung hat mir mein Haus gekostet und meinen finanziellen Rahmen auf Null zurückgesetzt. Dieses Projekt ist interessant und bezahlbar.

So entsteht die Idee

Ich teile den Bericht auf Facebook, wenig später wird er von Lucretia kommentiert, die in einem Kindergarten in Timișoara arbeitet. Den haben wir heuer besucht und Spendengüter vorbeigebracht.
Wir kommunizieren über die Kommentarfunktion ein wenig hin und her, Lucretia meint, ich solle auch so etwas bauen und sie würde mich dann im Kindergarten einstellen, wenn ich in Rumänien lebe. Für 400 $ (den Preis für das Grundstück und Haus im Bericht) würde ich sofort so ein Grundstück kaufen, antworte ich. Lucretia meint, die Region, in der das Grundstück liegt, wäre wunderschön, und es gäbe dort wohl tatsächlich Grundstücke zu diesem Preis.

Zack – nun ist die Idee in  meinem Kopf. Dort ein Grundstück kaufen, um dann im Lauf der Jahre ein Haus darauf zu stellen. Eine Dacia, in der ich als Rentner einen Teil des Jahres verbringen kann.

Die Lage

Ich frage Lucretia, ob sie weiß, wo das Grundstück liegt, sie recherchiert ein wenig für mich. Parallel dazu finde ich die alte Webseite über das Haus, wo ich sowohl die Lage, als auch ein paar Angaben zur Besitzerin ausfindig mache.
Die Architektin Ileana Mavrodin hat die Casa Verde (das grüne Haus) bei Sasca, am Ufer der Nera im Banat gebaut. Eine Ecke, in der ich mit dem Motorrad schon öfter unterwegs war. Die Wände bestehen aus einer Mischung von Lehm, Stroh und ein wenig Zement. Leere Glasflaschen wurden ebenfalls mit eingebaut um Hohlräume zu schaffen und so die Isolierung zu verbessern. Die Fenster bestehen aus alten Autoscheiben. Geheizt wird mit einem aus Ziegeln gebauten Ofen.

Casa Verde
Casa Verde

Ich nehme Kontakt zu Ileana auf und frage sie, ob ich mir das Haus mal ansehen kann und ob sie mich unterstützen würde, selber so ein Haus zu bauen. Sie antwortet mir und bejaht beides. Sie gibt mittlerweile Kurse, schreibt sie mir und man könnte so einen Kurs nutzen, um mein Projekt anzugehen.

Parallel dazu schreibt mir Lucretia, dass se jemanden kennt, der aus der Ecke stammt, wo die Casa Verde steht und ihn beauftragt hat, mal nach den Grundstückspreisen dort und auch anderswo zu fragen. Ich antworte, dass es an sich nur Sinn macht, wenn das Grundstück im Banat, Timiș oder in Caraș-Severin liegt, quasi im Westen Rumäniens, weil es sonst zu weit entfernt von Deutschland ist. Sie meint, im Westen sind die Grundstücke teurer als im Rest Rumäniens. Sie wird sich trotzdem mal umhören.