Primul Pas – Erster Arbeitsurlaub

Die Anfahrt

Ich komme Freitag abend von einer Schulung aus Düsseldorf zurück, Elisabeth holt mich vom Flughafen ab. Danach muss ich noch die Tasche neu packen und das Auto beladen. Es ist mal wieder Mitternacht, bis ich ins Bett komme.
Samstag morgen fahren wir los – es ist kurz nach 06:00 Uhr.

Wie immer frühstücken wir in Deggendorf. Ich hole mir etwas beim ‚Spezial-Metzger‘, Elisabeth bevorzugt den Bäcker nebenan. Frisch gestärkt geht es dann weiter über Passau und Wien nach Ungarn. Die Grenzübergänge verlaufen bisher problemlos, wir werden lediglich auf eine Spur zusammengeführt und müssen langsam eine Sichtkontrolle passieren.
Zu zweit ist die lange Gerade durch Ungarn wenige rlangweilig, dennoch freuen wir uns, als wir den Ger bei Tatabánya passieren. Wir überlegen uns, wo wir heute nächtigen wollen. Vor zwei Jahren haben wir in Arad eine tolle Pension gefunden. Heute sind wir etwas früher dran und beschließen deshalb, noch ein Stück weiter zu fahren.  gegen viertel vor Sechs abends erreichen wir die Grenze in Arad. Für die Einreise nach Rumänien benötigen wir weniger als 15 Minuten.  Kurz vor Arad verlassen wir die A1 und fahren weiter auf der DN7/E68. Elisabeth schaut derweil online nach einer Unterkunft, die wir dann letztendlich in Maria Radna buchen. Gegen 20:30 Uhr erreichen wir die Pension und checken ein. Wir bekommen bis 21:00 Uhr auch noch warme Küche, meint die Wirtin, also schnell frisch gemacht und wieder runter ins Lokal. Wir bestellen, das Essen wird frisch zubereitet und schmeckt ziemlich lecker. Dann gehen wir recht früh zu Bett, auch wenn wir den ganzen Tag nur Auto gefahren sind, auch das macht müde.

Am nächsten Tag genießen wir das Frühstück, bevor wir uns gegen 09:30 Uhr wieder auf den Weg machen. Es ist Sonntag. In allen Ortschaften, die wir durchfahren, sind gut angezogene Leute unterwegs, auf dem Weg von oder zur Kirche.wir fahren durch das Tal, dass die Mieresch gegraben hat, die sich auch heute noch rechts von uns durch fruchtbares Land schlängelt. in Săcămaș treffen wir auf die Strecke, die wir gefahren wären, wenn wir die Autobahn bis zum derzeitigen Ende genommen hätten. Heute wollen wir noch einen weiteren Schlenker machen. Deshalb biegen wir gegen 11:30 Uhr bei Orăștie links ab auf die DN705, die uns über kleine Pässe ins Apuseni-Gebirge bringt. Die Gegend hier ist ein Kultur-Land. Ich kann mich nicht sattsehen an den Häusern der vielen Ortschaften, die wir durchfahren. Man sieht auch heute noch die unterschiedliche Ausprägung beim Baustil, je nachdem, welches Volk den Ort jeweils gegründet hat.
Unser Ziel ist Roșia Montană, zu Deutsch ‚Goldbach‘. Einen Ort, der schon lange auf meiner ‚will ich hin-Liste‘ steht und auch Elisabeth würde sich gerne einmal den gigantischen Tagebau ansehen, den die Kanadier seit der Wende dort auf der Suche nach dem edlen Metall in den Berg geschürft haben.
Goldbach ist ein Ort, der an einen Berghang gebaut wurde. Viele der Häuser wurden den ehemaligen Bewohnern abgekauft, um dann für den Bergbau abgerissen zu werden. Eine Widerstandsbewegung hat es dann geschafft, das aufzuhalten. Seidem sind die Häuser dem Verfall preisgegeben. Mittlerweile gibt es eine Organisation, die versucht, die alten Häuser zu erhalten. An den einsturzgefährdeten Wänden sind Eisenträher oder Holzkonstruktionen angebracht, um den Einsturz zu verhindern. An den Häusern hängen einlaminierte Informatione, welche Familie da gewohnt hat, bzw. welchen Zweck das bauwerk früher hatte.
Wir fahren kreuz und quer durch den Ort und finden den Tagebau nicht. Na ja, anhand des Navis, wo ich diesen mit den Koordinaten eingegeben habe, sehe ich zwar, dass ich auf dem richtigen Weg bin. Der wird dann allerdings in der Nähe eines Sees zur groben Schotterpiste und ist für unseren vollbeladenen Focus mit Sportfahrwerk einfach nicht passierbar. Andere Abzweigungen, die wir testen, enden irgendwo. Zu Hause stelle ich dann fest, dass wir schon ein Stück vorher abbiegen können hätten. Ob der Weg dann allerdings besser ist, sieht man auf dem Satellitenbild nicht. Wir werden sicher nochmals zurückkommen – idealerweise mit dem Motorrad.

Mittlerweile ist es 14:00 Uhr, die Sonne hat sich hinter dicken Wolken versteckt und es regnet leicht. Deshalb beschließen wir, aufzugeben und nach Großschenk weiter zu fahren. Dazu fahren wir die Straße ein ganzes Stück zurück, bevor wir dann in Zlatna auf die 74 abbiegen. Diese bringt uns nach Alba Julia (Karlsburg) und weiter nach Sebeș, wo wir auf die Autobahn fahren. Lange können wir diese leider nicht nutzen, kurz hinter Sibiu endet sie, ab hier geht es über die DN1 in Richtung Brașov. In Voila biegen wir ab und überqueren den abenteuerlichen Bahnübergang, wie man ihn heute nur mehr selten in Rumänien findet. Gleich anschließend überqueren wir den Olt und sind knapp zweieinhalb Kilometer später in Cincşor (Kleinschenk), wo wir für die nächste Woche Quartier im alten Pfarrhof genommen haben.

Wir suchen uns einen Parkplatz und checken ein. Das alte Schulhaus ist imposant und sehr schön renoviert. Wir müssen ein wenig warten, weil noch ein zweites Paar angekommen ist ud erstmal ihre Unterkunft gezeigt bekommen. Im Gegensatz zu denen werden wir nicht im Schulhaus selbst, sondern im ehemaligen Pfarrhof nebenan untergebracht. Der Bereich, in dem sich unsere Bleibe befindet, war früher mal eine Scheune oder die Stallung. Zum Hof hin hat das Zimmer große Fensterflächen bis zum Boden. Dahinter ein Wohnzimmer und davon abgetrennt ein kleines Bad. Zum Schlafen geht es dann eine Treppe hoch ins Dachgebälk. Der Standlüfter, der hier steht, wird sicher die nächsten Tage zu tun haben, überlege ich mir.

Wir haben uns für heute Abend zum Essen angemeldet. Vorher sieht dann doch die Neugier und Elisabeth drängt darauf, nach Großschenk zu fahren und das Haus anzusehen. Als wir in die Briegasse einbiegen, sehe ich Martin entgegen kommen. Wir halten kurz und reden ein paar Sätze miteinander. Monika und er bringen die Tochter nach Sibiu, wir können den Schlüssel bei der Oma holen. Das Auto stellen wir vor der Einfahrt ab, direkt in unsrer Einfahrt parkt der Golf vom Nachbarn. Dann gehen wir runter zu Margaretha. Sie freut sich sichtlich, begrüßt uns und holt den Schlüssel. Das gestaltet sich dann doch schwieriger, sie findet ihn nicht. Schlußendlich nimmt sie eine Hand voll Schlüssel mit und geht mit uns hoch zum Haus. Keiner der Schlüssel passt, aber das Tor ist nicht richtig zu. Wir kommen auch so rein.

Ein trostloser Anblick. Der Hof ist zugewuchert. Über einen Meter hoch stehen Gras und diverse Pflanzen. So in etwa sah es wohl für den edlen Ritter aus, als er das Schloss von Dornröschen erreichte.
Elisabeth ist ungewohnt still. Wir gehen die paar Meter hinauf bis zum Eingang. Auch der Hof zwischen dem Haupthaus und der ehemaligen Werkstatt ist mit mannshohen Pflanzen zugewuchert, was darüber herausschaut ist der klägliche Rest des Dachstuhls. ‚Das hätte ich nicht gekauft‚, ist ihr erster Kommentar, als sie wieder Worte findet. Na ja, wenn ich ehrlich bin, hätte ich mir lieber eine andere Reaktion gewünscht. Ich habe aber auch schon ein Bild im Kopf, wie das Ganze aussieht, wenn es fertig ist. Wir gehen noch durchs Haus, dann wird es auch schon Zeit, zurück zu fahren, das Abendessen wartet.

Dieses wird von den Gastgebern zelebriert, wir genießen es, während wir uns über das Haus unterhalten. Dann kommen wir noch kurz mit den Besitzern der Schuile ins Gespräch, bevor wir uns in unsere Kemenate zurückziehen. Ein langer Tag, entsprechend schnall schlafen wir ein – nachdem wir den Ventilator in Betrieb gesetzt haben.


Montag, 12.09.2016

Wir stehen auf, duschen und gehen frühstücken in die alte Schule. Es gibt Buffet und zusätzlich alles, was wir an Sonderwünschen haben. Auch die Besitzer sind wieder da und kommen mit uns ins Gespräch. Dabei erfahren wir, dass der Raum, in dem wir uns befinden, ein Anbau ist, der erst bei der Renovierung hinzugekommen ist. ‚Dann ist der Boden ja auch neu gemacht?‚ frage ich. Der hat uns gestern Abend schon beiden gut gefallen. Ja, ist er, und als ich frage, wie man den nennt, erfahre ich, dass der hier ‚Mosaik‘ heißt. INteressant. Es handelt sich um weiße Splitsteinchen, die mit verschiedenfarbigem Kleber vermischt und aufgetragen werden. Die dabei entstehende, rauhe Oberfläche wird mit einem Schleifgerät glatt gemacht. Dabei ensteht dann die Struktur. So einen Boden gab es im Haus meiner Urgroßeltern auch und wir sind beide der Meinung, der würde auch gut zum Haus in Cincu passen.

Da fahren wir dann nach dem Frühstück auch hin. Ich habe einen Termin mit Wolfgang abgesprochen, einem der Bauunternehmer im Ort, der mich bei der Renovierung unterstützen soll. Wir fahren neben die Einfahrt (der rote Golf steht davor) und öffnen das Tor, damit Wolfgang sehen kann, dass wir da sind. Dann verschaffen wir uns einen ersten Überblick, wo wir beginnen wollen. Wenig später fährt Wolfgang vorbei, bittet aber noch um ein wenig Geduld, er muss seinen Leuten noch schnell was bringen, damit die weitermachen können. Der Golf ist mittlerweile auch weg.
Als er wieder zurück kommt, reden wir darüber, was ich vorhabe und dass ich die Werkstatt zuerst angehen will, um den Verfall aufzuhalten. Er erzählt uns, was er im letzten Jahr am Haus gemacht hat und warum. Ich frage ihn, ob er die nächsten zwei Wocdhen schon Zeit hätte, um anzufangen. ‚Leider nein‚, antwortet er. Im Moment ist Hochkonjunktur, weil viele im Ausland lebende Leute ihren Urlaub hier verbringen und dabei die eigene Liegenschaft auf Vordermann bringen.

Wir fragen ihn, ob er jemanden kennt, der uns dabei helfen kann, das Gras im Hof und im Garten zu mähen. Er holt das Handy raus und ruft einige Leute an. Leider ohne Erfolg, es ist auch gerade Erntezeit, das bindet alle Arbeitskräfte, auch die Taglöhner. Er sagt, er fragt nochmal bei seinem Vater nach. Der ist zwar schon 78 Jahre alt, aber er hat eine Motorsense, weil er sich um den Friedhof kümmert. Wenn wenigstens der Hof mal gemäht wäre, wäre schon viel geholfen. Der Papa hat zeit, erfahren wir und wird demnächst vorbei kommen.

Wir beginnen derweil, das Gerümpel, was im Hof verstreut liegt, aufzusammeln und zu sortieren. Als erstes zerre ich einen Defibrillator aus dem Gras. Neben dem Brunnen lege ich einen Alteisenhaufen an, wo wir alles metallische zusammentragen. Im Nu ist das ein stattlicher Haufen. Das Holz legen wir erstmal daneben.
Constantin – so heißt der Papa – kommt mit dem Fahrrad, an das er den Freischenider gebunden hat. Er spricht rumänisch mit ganz vereinzelten deutschen Wörtern. Ich verstehe ihn dennoch gut. Ruck-zuck ist der Freischneider losgebunden, das Geschirr umgelegt und der Motor läuft. Ausgehend von der Einfahrt nach oben rückt er dem Gestrüpp zu Leibe. Wir unterstützen, indem wir das freigelegte Gerümpel aufheben und so Raum für die Maschine schaffen. So etwas wie Sperrmüll gibt es hier nicht, haben wir von Wolfgang schon erfahren. Was entsorgt werden muss, wird verbrannt. Deshalb lege ich, nachdem das Gras gemäht ist, mitten im Hof eine Feuerstelle an und entfache ein kleines Lagerfeuer. Elisabeth übernimmt das Verheizen des modrigen Holzes, was wir aus dem Gestrüpp ziehen. Constantin fähr nochmal weg und kommt kurze Zeit später mit einer Hacke und einem Rechen wieder. Mit dem Rechen nimmt er das Gras auf und wirft es ins Feuer. Es raucht heftig, das stört ihn aber nicht sonderlich. Auch mein Steinkreis um die Feuerstelle bildet keine Grenze für ihn, da Feuer brennt alsbald auch noch weit darum. Wir müssen ein wenig aufpassen, dass nicht der ganze Hof Feuer fängt, denn unter dem frischen Gras gibt es auch jede Menge vertrocknetes.

Zwischendurch fährt Elisabeth mal weg, um Getränke zu holen. Wasser, Bier und Eistee. Zeit für eine Pause. Constantin lässt sich zu einem Bier überreden und wir kommen ein wenig ins Gespräch. Stolz berichtet er, dass er der Kirchenführer der Großschenker Kirchenburg ist, damals wohl die bedeutendste in ganz Siebenbürgen. Wir arbeiten dann noch bis ca. 19:00 Uhr, bevor Constrantin sich verabschiedet, weil zu Hause das Abendessen wartet. Fast zeitgleich kommen Monika und Martin zum Tor herein, die sind gerade von der Arbeit nach Hause gekommen. Sie haben den Schlüssel dabei und bitten uns noch, mit zu Ihnen in den Hof zu kommen, wo wir uns noch einige Zeit unterhalten. Eleisabeth versteht sich auf Anhieb mit beiden, ebenso ging es mir schon im Juni, als ich das Haus vor dem Kauf besichtigt habe.

Als es dunkel wird, verabschieden wir uns und fahren zu unserer Herberge. Essen haben wir heute nicht bestellt. Obwohl wir den ganzen Tag kaum etwas gegessen haben, bin ich froh, nach dem Duschen ins Bett zu können.


Dienstag, 13.09.2016

Wir bekommen erst gegen 08:00 Uhr Frühstück, weshalb wir den Constantin erst auf 09:30 bestellt haben. Er hat wohl vorher schon vorbeigeschaut, erfahren wir von Margarethe, die bei der Nachbarin am Fenster steht und uns freundlich zuwinkt, als wir ankommen. Elisabeth gesellt sich dazu, ein paar junge Katzen gilt es dort kennenzulernen und ein wenig zu streicheln.

Alsbald ist auch Constantin zur Stelle und wir beginnen da, wo wir gestern aufgehört haben. Gestern Abend hatte ich Martin gefragt, wie wir das Altmetall loswerden können. Er meinte resigniert: ‚Als ich damals den Rettungswagen verschenken wollte, habe ich den Alteisensammler angerufen, aber der kam nicht. War wohl zu billig..‚ Unser Berg an Altmetall ist mittlerweile schon beträchtlich groß. Ich frage Constantin, ob er jemanden kennt. Der holt das Handy raus und keine 20 Minuten später kommt eine Frau herein und bittet mich, das Auto vor der Einfahrt wegzufahren. Draußen steht eine ‚Carutsa‚, ein für Rumänien typisches Pferdefuhrwerk. Nachdem das Auto aus dem Weg ist, fährt das Gespann in den Hof, dreht und bleibt neben dem Alteisenhaufen stehen. Die Frau und ich laden auf, ihr Mann bleibt auf dem Kutschbock und gibt Anweisungen. Er sei vor kurzem am Leistenbruch operiert worden, entschuldigt er sich.

Es sind teilweise sehr schwere Dinge dabei, die wir zu zweit auf den Wagen wuchten. Ich habe begonnen, die Werkstatt auszuräumen und von dort zwei Elektrorollstühle zum Eisenhaufen geschleift, die hängen wir dann am Schluß noch abenteuerlich kopfüber auf den Rest der Ladung. Es sind drei Fuhren nötig, bis wir den Haufen entsorgt haben. Mittlerweile hat sich auch eine große Menge Altholz angesammelt, da würden wir wochenlang brauchen, das mit dem Lagerfeuer zu entsorgen. Wiederum frage ich Constantin, wiederum einen Anruf später gibt es einen Abnehmer. Eine alte Frau kann es brauchen, um im Winter damit zu heizen. Wieder fährt der ‚Fuhrunternehmer‘ mit der Carutsa vor. Diemal ist die Frau vom Constantin dabei. Sie ist eine Siebenbürger-Sächsin und spricht deutsch. Trotz des hohen Alters helfen alle mit, das Holz aufzuladen und auch diesmal braucht es mehrere Fuhren, bis das Holz vom Hof ist. Dabei sind wir noch lange nicht fertig mit dem Ausräumen der Werkstatt.

Constantin arbeitet ununterbrochen. Elisabeth kümmert sich ums Feuer und verheizt alles, was bei Constantin und mir so anfällt und sich nicht zum Sammeln lohnt, ich räume die Werkstatt aus. Wahnsinn, wie viel Material da kreuz und quer liegt. Wir beide sind fix und fertig, trauen uns aber keine Pause zu machen, weil der 78jährige unermüdlich mäht, hackt, recht… Sein Hemd ist tropfnass geschwitzt. Elisabeth versucht ihn zu einer Pause und einem Bier zu überreden, er meint nur: ‚Ich bin Alpinist, ich trinke erst, wenn ich fertig bin‚. Zwischendurch muss er dann doch mal weg, einen neuen Faden für den Freischneider holen. Am Friedhof schaffe ich damit einen Hektar, meint er. Hier liegt einfach so viel Zeug im Gras, dass der Faden deutlich schneller verschleißt. Wir nutzen die Zeit, um uns ein wenig zu erholen. Wir sind halt doch verweichlichte Wohlstandsmenschen 😉

Weiter geht es, ab und an helfe ich mit meiner Motorsäge nach, wenn die Holunderbüsche zu dick für Constantins Hacke sind. Dieses Werkzeug kenne ich aus meiner Kindheit vom Feld. Hier ist sie nicht stumpf, wie ich es kenne, sondern hat vorne eine Schneide geschliffen. Man benutzt sie zum Hacken in der Erde und zum Abhacken von Holzstämmen bis ca. 8cm Dicke. Was darüber ist, darf ich mit der Kettensäge machen. Constantin hat auch so eine, sagt er. Einmal greift er nach der Säge, solange ich am Werkstatt ausräumen bin, er bekommt sie aber nicht an. Ich zeige es ihm. Dann will er lössägen, das geht aber nicht, weil die Kettenbremse drin ist. Ich zeige ihm, wie ich die Bremse rausmache, schneide und danach die Bremse wieder rein. Er nimmt die Säge, macht die Bremse raus und auch nicht rein, wenn er die Säge ablegt oder ausmacht. zwischendurch klettert er mit laufender Kette über das Grüngut. Mit stehen die Haare dabei zu Berge 🙂

Heute sind wir gut voran gekommen. Die Werkstatt ist annähernd leer und der Hof so ziemlich gemäht. die großen Pflanzen zwischen Haus und Werkstatt sind der Hacke und dem feuer zum Opfer gefallen und man sieht nun das Gebäude richtig. Beim Feierabend-Bier, bzw. Eistee sitzen wir drei unter dem Walnussbaum und sehen uns das Werk an. Obwohl man nun freien Blick auf die desolate Werkstatt hat, meint Elisabeth. ‚So schlimm, wie es am Sonntag ausgeschaut hat, ist es doch nicht‚.

Auch heute kommen Monika, Margarethe und Martin noch kurz vorbei, bevor wir dei zelte abbrechen und nach Cincșor fahren. Diesmal hätte ich Hunger, aber keine Lust, nach dem Duschen nochmal loszufahren. Ein wenig Brot und Wurst haben wir noch von Mittag, ein wenig geschmolzene Schokolade runden das Ganze ab.


Mittwoch, 14.09.2016