Im Oktober, wenn der Nebel morgens im Tal hängt, beginnt für mich die wichtigste Zeit im Gartenjahr. Während andere die Beete winterfest machen, stecke ich die Hoffnung für das nächste Jahr in die Erde: Den Winterknoblauch.
Viele fragen mich: „Warum pflanzt du Knoblauch kurz vor dem Frost?“ Als Hobbygärtner in Rumänien habe ich gelernt, dass der Zeitpunkt über die Größe der Knolle entscheidet. Hier ist meine Anleitung, basierend auf den lehmigen Böden Siebenbürgens, aber anwendbar für jeden Biogarten.
Die biologische Logik: Warum Oktober?
Der Oktober ist nicht zufällig gewählt. Ich nutze hier einen biologischen Mechanismus, die sogenannte Vernalisation. Damit der Knoblauch (Allium sativum) im nächsten Jahr große Knollen bildet, benötigt er einen Kältereiz.
Pflanzt man ihn Mitte bis Ende Oktober, passiert folgendes:
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Wurzelbildung: Der Boden hat noch Restwärme. Die Zehe bildet kräftige Wurzeln, aber noch kein Grün (das würde im Winter erfrieren).
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Winterruhe: Die Pflanze ruht unter dem Frost.
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Frühjahrs-Boost: Sobald der Boden auftaut, hat dieser Knoblauch einen enormen Vorsprung gegenüber im Frühjahr gesetzten Zehen. Er nutzt die Winterfeuchtigkeit optimal.
Auf einen Blick: Die Eckdaten für den Anbau
- Pflanzzeitraum: 15. Oktober bis Anfang November (vor dem dauerhaften Bodenfrost).
- Pflanztiefe: 5 bis 7 cm (tiefer als im Frühjahr!).
- Pflanzabstand: 10-15 cm in der Reihe, 25 cm Reihenabstand.
- Standort: Vollsonnig, keine Staunässe.
Anleitung: So gehe ich Schritt für Schritt vor
Das Pflanzen von Knoblauch ist präzises Handwerk. Wer hier schludert, erntet nur winzige Zehen. So mache ich es in meinem Garten:
1. Das Pflanzgut vorbereiten Ich nutze niemals Knoblauch aus dem Supermarkt (oft chemisch gegen Keimen behandelt oder falsche Klimazone). Ich nutze Pflanzgut aus der Region.
Wichtig: Ich breche die Knollen erst unmittelbar vor dem Pflanzen auf. Ich wähle nur die äußeren, großen Zehen. Die kleinen inneren Zehen kommen in die Küche – wer klein pflanzt, wird klein ernten. Die Schutzhaut der Zehe darf nicht verletzt werden.
2. Den Boden vorbereiten Knoblauch ist ein Mittelzehrer, mag aber keinen frischen Mist. Ich lockere den Boden tiefgründig mit der Grabgabel, damit keine Staunässe entsteht. Staunässe ist im Winter der Tod jeder Knoblauchzehe (Fäulnisgefahr).
3. Die richtige Technik beim Stecken Ich ziehe Saatrillen oder stecke einzelne Löcher. Die Zehe kommt mit dem Wurzelansatz nach unten in die Erde.
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Der Fehler: Viele drücken die Zehe zu fest in den Boden. Das verdichtet die Erde direkt unter der Wurzel und hemmt das Wachstum. Ich lege sie sanft hinein und fülle locker mit Erde auf.
4. Frostschutz durch Mulchen Da wir hier in Cincu strenge Winter haben können, decke ich das Beet nach dem Pflanzen mit einer dünnen Schicht Laub oder Stroh ab. Das schützt vor Kahlfrösten und hält den Boden lebendig.
Geduld ist die wichtigste Zutat
Wenn die Zehen im Boden sind, ist die Arbeit getan. Der Winterknoblauch ist die dankbarste Kultur für uns Gärtner. Er wächst, wenn wir drinnen am warmen Ofen sitzen. Die Ernte erfolgt dann in der Regel im Juli, wenn das Laub zu zwei Dritteln gelb geworden ist.
Wer jetzt im Oktober den Spaten in die Hand nimmt, wird im Sommer mit Geschmack belohnt, den man nicht kaufen kann.
